Einkaufen in Braunschweig
Interview boardjunkies

boardjunkies in Braunschweig

Ein Skateboard Geschäft, verwurzelt im Herzen Braunschweigs

Gerade Skateboarding ist ein Sport, bei dem es viel Verschleiß gibt. Nicht nur die Schuhe werden von dem Griptape durchlöchert, auch die Rollen fahren sich ab und Bretter sowie Achsen brechen durch. Doch wer als Braunschweiger/in die Teile und Kleidung nur online von großen Unternehmen bestellt, der weiss vermutlich noch nicht viel von boardjunkies.

Was gibt’s hier?

Der boardjunkies Store in der Braunschweiger Innenstadt, am Ziegenmarkt 6, hat eine große Auswahl an Skateboards und den dazugehörigen Ersatzteilen wie beispielsweise Rollen, Kugellager, Achsen und Schrauben. Eine gutes und ständig gepflegtes Angebot an Sprühdosen, bietet alles, was das Graffitiherz begehrt. Es gibt Marker, Caps, Blackbooks und viele weitere Accessoires.

Zusätzlich ergänzen Schuhe, T-Shirts, Sweatshirts, Jacken, Hosen und Gürtel aber selbstverständlich auch Dinge wie Mützen, Schals, Unterhosen, Hemden, Taschen und vieles mehr, das Sortiment. Modebewusste junge Menschen finden hier eine Mischung aus Basics und extravaganten Teilen von neuen sowie bekannten Labels.

Mehr über boardjunkies und die Braunschweiger Skateboarding Szene

Wir haben mit dem Geschäftsführer von boardjunkies – Marc Hausen – geschnackt und fanden heraus, wie eng boardjunkies mit der Geschichte der Skateboarding Szene in Braunschweig verknüpft ist.

Welche Leute gehen bei bordjunkies eigentlich einkaufen, sind das nur Skater?

Ich würde sagen unser Hauptaugenmerk liegt auf den 14 bis 40-jährigen. Das sind die Leute, die am meisten bei uns einkaufen. Nicht zu vergessen die Leute, die sich modisch ein bisschen mehr Gedanken machen, als bei großen Modeketten eine Klamotte zu kaufen. Weil manche von diesen Unternehmen kopieren viel von den Marken, die wir hier verkaufen. Bei uns stecken noch junge aufstrebende Designer hinter den Marken, die Visionen haben. Während große Modeunternehmen auch bei uns Kleidung einkaufen, Logos abändern, Namen austauschen und selbst verkaufen. So ist das leider.

Jeder, der etwas finden möchte, kann hier etwas finden. Das Angebot geht über Skatezubehör hinaus.

Darüberhinaus verkaufen wir auch gerne den Müttern, die mit ihrem Kind ein Longboard kaufen wollen, ein Kleid. Oder dem Opa mit seinem Enkel einen schönen Hut. Jeder, der etwas finden möchte, kann hier etwas finden. Das Angebot geht über Skatezubehör hinaus. Wir bauen das Geschäft natürlich nicht nur auf Skater auf. Der Name und der Ursprung sind ja nicht zu verleugnen, aber von Skatern alleine könnten wir nicht überleben. Wir möchten auch modisch interessierte Menschen mit unserem vielfältigen Angebot  ansprechen.

Ich habe gehört, dass du ein Skateboard mit der Brauerei Wolters zusammen entworfen hast. Wie kam das denn zustande?

Wir baggern da schon ganz lange dran rum. Also ich hatte die Idee schon lange, weil ich bin ja bekennender Wolters-Fan und mach auch keinen Hehl daraus. Ich finde, das ist auch einfach eine sau schöne Flasche, das Bier schmeckt gut und da ich sowieso auf so lokale Collaborations stehe und sowas gerne mache, habe ich da bei Wolters immer mal wieder nachgefragt. Erst wollten sie nicht so richtig, aber jetzt haben wir einen guten Draht zu Marco Bittner vom Marketing bei Wolters. Der fand die Idee dann doch ganz geil. Dann meinte ich: „Ja komm, dann lass uns doch so ein Sammelboard machen“. Und dann haben wir Chrisse Kunst mit ins Boot geholt.



Kurz zu Chrisse Kunst:  Er ist unser Haus- und Hofkünstler, wohnt in Berlin und stammt auch aus Wolfenbüttel. Jedes Mal, wenn ich ihn in Berlin besuche, muss ich ihm eine Kiste Wolters mitbringen, sonst kann ich nicht bei ihm übernachten.

Er hat sich der Sache angenommen und das Wolters Logo neu interpretiert. Das Board ist nicht nur in Form einer Bierflasche geschnitten, sondern obendrauf ist auch noch das Logo Motiv von Chrisse abgebildet. In seiner Version stehen die Löwen auf Skateboards und statt einer Krone tragen sie Beanie und Cap. Die Liebe steckt nämlich im Detail! Das habe ich dann Marco Bittner geschickt und er war erst so „Alter! Unser Logo! Ihr könnt doch nicht einfach … na ok, wir gucken mal.“ Im Endeffekt fanden sie das dann doch cool, weil Chrisse ein bekannter Künstler ist und auch schon für Apple und Smart gearbeitet hat.

So haben wir das neu designte Logo auf das Board gedruckt und oben noch eine fortlaufende Nummer. Denn diese besonderen Boards sind limitiert, es gibt nur 100 Stück. Als Sahnebonbon hat Wolters dann noch gesagt: „Wir wollen von dem Gewinn gar nichts. Die 15 Euro, die wir pro Brett bekommen würden, spenden wir an „Skateistan“. Skateistan ist eine Skateboard-Schule in Afghanistan, die sich hauptsächlich um Skateboard fahrende Mädchen kümmert. Diese Schule bekommt dann von uns die Gesamtsumme überwiesen.

Ganz cool ist auch, dass Stephan Chamier – unser Teamfahrer –  für uns die Wolters Pullis und T-Shirts mit dem von Chrisse Kunst entworfenen Wolters Logo druckt. Und es sei gesagt, dass ist nicht unsere letzte Zusammenarbeit mit Wolters! Ich sag nur Ringgleis… weitere Infos folgen.

Ist es richtig, dass ihr den Skateboardclub Walhalla e. V. gegründet habt? Wie kam es dazu?

1993 haben wir den Verein gegründet und alles begann damit, dass wir damals auf dem Gelände der Fachhochschule Wolfenbüttel geskatet haben. Dann hieß es, dass die englische Kaserne in Wolfenbüttel für neue Nutzungsmöglichkeiten freistand und die Fachhochschule Wolfenbüttel einen Teil davon bekommt. Als wir das hörten, haben wir uns gleich an Herrn Kroll – den Kanzler der Fachhochschule – gewendet. Wir wussten, dass wir mit der Fachhochschule gut konnten. Denn wir haben uns nicht wie Assis verhalten, sondern haben immer unseren Dreck weggeräumt, wenn wir auf dem Gelände geskatet haben.

Das Gespräch mit Herr Kroll lief folgendermaßen ab:
Wir Jungs: „Hey, wie siehts denn aus? Wir würden da oben gerne einen Platz zum Skaten haben.“
Herr Kroll: „Ja, wer sind den WIR?“
Wir Jungs: „Ja, wir hier!“
Herr Kroll: „Ja, wir hier… Wenn Du jetzt aufhörst zu Skaten, dann seid ihr schon einer weniger. Wenn ihr alle aufhört, wen spreche ich denn dann an? Passt auf Jungs, organisiert euch, gründet einen Verein und dann reden wir über euren Platz.“

Daraufhin gründeten wir den Verein und zogen Anfang des Jahres 93, stark motiviert und mit Besen bewaffnet, los um uns unseren zugeteilten Platz sauber zu machen. Dann sind wir als Erstes mit unseren Boards durch damals noch leerstehende Kaserne gefahren und sind auf eine alte Panzerhalle gestoßen. In dieser Halle haben wir festgestellt, dass es doch viel geiler wäre, wenn wir so eine große Halle haben könnten. Zufälligerweise kam Kanzler Kroll mit seinem Sohn vorbeigefahren, da er mit ihm da das Autofahren dort üben wollte. Dabei haben sie uns entdeckt, wie wir in die Halle reingegangen sind und haben uns erstmal gefragt, wer wir sind und was wir hier zu suchen hätten. Nachdem geklärt war, wer wir waren und was wir vorhatten, fragte ich ihn einfach: „Sag mal, können wir nicht auch so eine Halle haben?“ 
Komischerweise meinte er auf einmal: „Ja… theoretisch schon.“ Dann habe ich noch einen obendrauf gesetzt und meinte: „Ja, aber was ist denn mit der großen Halle nebenan?“ und er antwortete: „Ja, von mir aus auch die.“

So kam es dazu, dass der Verein gegründet wurde und wir unsere erste Halle in Wolfenbüttel hatten.

Die Halle war in Wolfenbüttel, seid ihr dann umgezogen?

Ja, im Jahr 2000 mussten wir die Halle leider abgeben, da das Wolfenbüttler Innovationszentrum die Halle einer neuen Nutzung zugeteilt hat. Daraufhin haben wir einen anderen Platz von der Stadt bekommen und haben so den Trashpark in Wolfenbüttel gegründet. Diesen gibt es auch heute noch, allerdings kümmern sich heute die Jungs und Mädels aus Wolfenbüttel ganz gut um den Platz und nicht wir.

Ab 2000 haben wir uns aber immer in Braunschweig nach einer Halle umgeschaut, bis wir uns dann mit dem Braunschweiger Skateboard Verein fusionierten und die Halle 2006 am Bahnhof eröffneten.

Wie diese Halle genau entstanden, ist möchte ich an dieser Stelle aber nicht erzählen, denn darüber schreibe ich noch ein Buch. Das ist schon eine verrückte Geschichte, das würde zu lang dauern das alles zu erzählen.

Wie viel Support kommt von der Skateboard Szene, also wie unterstützen andere Skates die Projekte?

Na ja, es ist ja immer so: Je größer etwas wird, um so mehr Hater und Lover gibt es halt auch. Natürlich gibt es immer Leute die sagen: „Die Halle ist Scheiße! Scheiß Contests! Skateboarding gehört auf die Straße!“. Aber in Braunschweig haben wir schon überwiegend eine ziemliche coole Szene. Da gibt’s andere Städte, die da mehr Probleme haben. All in all sind auch die Leute, die die Halle nicht so geil finden, bei schlechtem Wetter da.

Wie denkst du über die Skateboarding Szene in Braunschweig?

Also wenn ich es mit anderen Städten vergleiche, dann stehen wir schon sehr gut da. Wenn ich in die Halle komme sagen alle „Moin Hausen“ oder „Hey was geht“ und schlagen ein. Dann schaue ich mich etwas um und sehe ein Brett von Skatedeluxe. Ach! Ein Board von Titus! Oh! Blue Tomato… Ich würde mir ein bisschen mehr lokalen Support für uns als bordjunkies wünschen. Wir machen die Skatebaordhalle, wir sponsern die Leute in der Region, wir machen den Contest und wir machen die Videopremieren. Das machen wir natürlich, weil wir Bock drauf haben und weil wir den Leuten hier was geben wollen. Aber natürlich müssen wir dafür auch unsere Skateboards verkaufen.

Deshalb würde ich mir wünschen, dass der ein oder andere vielleicht denkt: „Na ja, die 5 Euro, die es hier jetzt teurer ist, die investiere ich gern.“  In der Regel halten wir uns an die empfohlenen Verkaufspreise und haben regelmäßig Angebote. Wir sind nicht immer teurer. Die Leute müssen ihre Sachen nicht bei Skatedeluxe oder Titus mit ihren Franchise Filialen kaufen. Das kann man auch bei uns und unterstützt zusätzlich die regionale Szene!

Aber eigentlich bin ich mit der Szene ganz zufrieden und glücklich. Wir finden uns in der Halle zusammen und ziehen am Go-Skateboarding-Day zusammen los. Also Braunschweig ist schon ganz cool.

Was sind deine nächsten Ziele?

Mein nächstes Ziel ist ein neuer Laden. Wir sind jetzt 10 Jahre an diesem Standort in Braunschweig und wir ziehen ja für unser Leben gerne um. Das ist ja schon der 5te Laden den wir machen. Wir haben ja ganz klein in Wolfenbüttel angefangen, sind immer wieder umgezogen. Parallel habe ich in Braunschweig ein Geschäft eröffnet, dann bin ich in Braunschweig umgezogen. Habe den in Wolfenbüttel geschlossen und dann bin ich hier mit bordjunkies auf den Ziegenmarkt in Braunschweig gezogen. 

Jetzt starten wir das „Next Level“, im Oktober 2017 machen wir einen neuen Laden auf und im Dezember machen wir diesen hier zu. Also es gibt eine kurze Überlappung und wir machen hier die letzten paar Wochen ein Art Outlet daraus, weil wir dann mit einem neuen Firmenportfolio in Richtung Stadtmitte eröffnen. Das bedeutet, ein paar Sachen fliegen raus, ein paar Sachen kommen neu dazu, aber einen genauen Standort will ich noch nicht nennen. Die Gerüchteküche soll erst noch ein bisschen brodeln. Der Laden wird unser Masterpiece! Wir haben viele Ideen und schauen mal, was wir davon alles umsetzen werden. Einen Laden bauen lassen kann jeder. Aber einen selber machen, das ist die neue Herausforderung für uns.

Wer mehr erfahren will, hier geh´s zu den Links!

SC Walhalla e. V.
Website: www.scwalhalla.org
Facbook: www.facebook.com/scwalhalla

boardjunkies
Website: www.boardjunkies.de
Facebook: www.facebook.com/boardjunkies
Instagram: www.instagram.com/boardjunkiesshop

Linda Klaus

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